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01 August 2025

Kottenheide 2025

Kottenheide, ein idyllischer Ort im sächsischen Vogtland, ist seit Jahren ein beliebtes Ziel für unsere Seniorenreisen. Eingebettet in sanfte Hügel, umgeben von Wäldern und klaren Bächen, bietet Kottenheide ideale Bedingungen für eine erholsame Auszeit vom Alltag. Die Region besticht durch ihre Ruhe, ihre natürliche Schönheit und ihre Gastfreundschaft – ideale Voraussetzungen, um neue Kraft zu tanken, gemeinsam mit anderen älteren Menschen neue Bekanntschaften zu knüpfen und unvergessliche Momente zu erleben. Als Wiederholungstäter nahmen an dieser Reise Mitglieder der Volkssolidarität aus Erlau, Frankenau und Chemnitz sowie Gäste teil.

Für die Anreise im bequemen Reisebus und die komfortable Unterbringung der Reisegruppe sorgte wieder Herr Kautzsch vom Hotel„Am Ahorn“.

Das abwechslungsreiche Programm der Seniorenreise nach Kottenheide entsprach den Wünschen und Bedürfnisse der Teilnehmenden. Im Mittelpunkt standen verschiedene Ausflüge sowie genügend Zeit für Erholung und geselliges Beisammensein.



Wir fuhren nach Saalburg zum Thüringer Meer, der Bleilochtalsperre, wo wir eine entspannte Schiffsrundfahrt bei Kaffee und Kuchen oder auch einem Bier erleben konnten. Anschließend besuchten wir die Altstadt von Plauen, wo wir Zeit für eigene Entdeckungen incl. Individuellem Mittagessen hatten. 


Danach fuhren wir zur Fabrik der Fäden, wo wir viel über die Spitzen- und Stickereiherstellung erfuhren. Die Spitze, die Mitte des 19. Jahrhunderts aus der Handstickerei hervorging, ist mittlerweile ein Maschinenprodukt. Technischer Erfindungsgeist und ausgeklügelte Ingenieurleistungen waren maßgeblich daran beteiligt, die Entwicklung der Stickerei voranzubringen. So konnte man die technische Entwicklungslinie von den Anfängen der mechanischen Stickerei über lochkartengesteuerte Maschinen bis zu computergesteuerten Stickautomaten nachvollziehen. Wir konnten aktuelle Kollektionen der Spitzenherstellung als auch historische Kostbarkeiten bewundern.

Der Besuch in der Sternwarte Rodewisch war auch sehr interessant. Im Planetarium erlebten wir einen
künstlichen Sternenhimmel, wo uns astronomische Grundlagen vermittelt wurden. Sehr interessant war, dass man zunächst die Sterne in den Sternbildern betrachten konnte und diese dann als Bild nachgezeichnet wurden. Polarlichter, Kometen und Supermond waren ebenso beeindruckend wie die Sichtweise aus der Raumfahrtkapsel auf unsere Erde.

Der nächste Ausflug führe uns in die Hügellandschaft des Oberpfälzer Waldes, wo der ParksteinerBasaltkegel, ein ehemaliger Vulkan, unser Ziel war. Ein Rancher führte uns durch eine spannende Zeitreise vom Tertiär über das Mittelalter bis zur Gegenwart mit Fakten rund um Parkstein und die Vulkanlandschaft Bayern-Böhmen. Mit kurzen Filmen konnten wir uns mit der Entstehung des Basaltkegels und der bewegten Ortsgeschichte vertraut machen. Als Höhepunkt erlebten wir dann direkt einen Vulkanausbruch hautnah.


Nach dieser beeindruckenden Führung fuhren wir zum Mittagessen in den Adamhof in Hardeck, wo uns die Wirtin Juliane in unterhaltsamer Weise eine kurze Geschichte zum Hof nahebrachte. Der Hofladen bot eine reichliche Auswahl an Wurstspezialitäten aus eigener Herstellung. Und im Bus liegengelassene Einkäufe aus dem Hofladen wurden vom Busfahrer Michael sorgsam verwahrt und am Abreisetag wieder übergeben.

Der Abend wurde abgerundet durch Musik und Tanz, gestaltet von Mr. Phönix.

Es war eine sehr schöne Reise und ein großes Dankeschön gebührt Christa Poch, die mit viel Mühe und Umsicht alles so organisierte, dass jeder seinen Sitzplatz im Bus, das richtige Hotelzimmer und seine Nachbarn am Tisch im Hotel hatte. Leider konnte Christa Poch nicht selbst mitreisen, dafür bekam sie ein kleines Präsent der Teilnehmer für ihre Mühen.

Text: Marina Schlenzig
Fotos/Videos: Marina Schlenzig, Tanja Leutert

09 März 2025

Gräflicher Kaffeeklatsch

Frauentagsveranstaltung am 05. März 2025 im Großen Saal der Begegnungsstätte des Volkssolidarität Stadtverbandes Chemnitz - eingeladen hatte die Wohngruppe 027. Knapp 90 Teilnehmer waren der Einladung gefolgt. Auch Gräfin Cosel alias Birgit Lehmann eilte aus ihrer Residenz in Dresden herbei und weilte für einen gräflichen Kaffeeklatsch im Betreuten Wohnen auf der Clausstraße. Zu ihrer und unserer musikalischen Unterhaltung brachte sie ihren Musikus Carsten am KLA4 alias Carsten Klobe mit. 


Ich war schon, wie alle anderen auch, sehr neugierig. Schließlich gibt sich nicht jeden Tag eine Gräfin im Betreuten Wohnen der Volkssolidarität die Ehre. Regine Kühnel, die Leiterin der Wohngruppe, eröffnete die Veranstaltung, alle Teilnehmer erhielten einen kleinen Frauentagsgruss - ein Primel und eine kleine Flasche Sekt. 


Zu Beginn der Veranstaltung konnten wir ein Geburtstagsständchen genießen, dass Herr Harald Meyer, Mitglied im Opernchor Chemnitz, zu Ehren des Geburtstages von Frau Rita Rappika, die ihn am Klavier begleitete, gab. Beide sind langjährige Mitglieder unserer Wohngruppe. Das war ein wirklich toller Kunstgenuss für alle Gäste und sicherlich auch für das Geburtstagskind.



Aber es sollte ja noch die Gräfin erscheinen, alle warteten gespannt. Und dann erschien sie: Anna Constantia Gräfin von Cosel, geb. von Brockdorff am 17. Oktober 1680 auf Gut Depenau, heute ein Ortsteil von Stolpen, gestorben am 31. März 1765 in Stolpen, die, neben
Aurora von Königsmarck, bekannteste Mätresse August des Starken. Dabei hatte sie ihren Musikus Carsten am KLA4, der für die musikalische Unterhaltung der Gräfin und ihrer Gäste sorgte.

Eine großartige Erscheinung und Frau Gräfin sah bei weitem nicht so aus, als ob sie bald ins Betreute Wohnen ziehen wolle, im Gegenteil, sie war trotz ihres hohen Alters noch ganz manierlich anzuschauen.

Sie plauderte aus dem Nähkästchen und ließ dabei auch wirklich, aber auch wirklich nichts am Hofe aus. Kleiderordnung, sexuelle Gepflogenheiten, Geschichten um das Stille Örtchen waren nur einige Gesprächsthemen zum Kaffeeklatsch, was da hinter hervorgehaltener Hand erzählt wurde.

Wusstet ihr, wie man mit der damals üblichen Bekleidung als Dame seine Notdurft verrichtete? Frau Gräfin klärte auf! Als Dame stellte man sich in eine Ecke und dann kam das Personal und wischte auf. Möglich wurde das durch die Bekleidung der Damen, die unter dem Obergewand nur Röcke trugen. Einfach - oder? Bei größeren Sachen konnte man sich in den verschiedenen Etagen der Schlösser erleichtern, die Bediensteten holten dann das Ergebnis von hinten ab. Das konnte dann der Hofarzt gleich noch, meinte die Gräfin, bei Bedarf überprüfen. Es gab aber auch, vor allem in Sachsens Schlössern, die Möglichkeit, sich auf eine Marmorplatte zu setzen. Aber die war kalt. Das ging natürlich nicht, hatte man doch auch Angst vor irgendwelchen Krankheiten. So setzten sich vorher die Bediensteten auf diese Marmorplatten und wärmten sie auf. Zum Glück haben wir diese Sorgen nicht mehr.

Gräflicher Kaffeeklatsch, das Thema der Veranstaltung – eigentlich ist Kaffeeklatsch ein Synonym für Kaffeekränzchen. Erstmals soll von Kaffeeklatsch im Jahr 1888 die Rede gewesen sein, da trafen sich vornehmlich Frauen, um bei Kaffee und Kuchen den neusten Klatsch und Tratsch auszutauschen. Und so war der „Klatsch“ geboren! 

Frau Gräfin jedoch hatte noch eine andere, vortreffliche Erklärung für den Klatsch. Die Bediensteten trafen sich früher zum Wäschewaschen am Flussufer, wo man die Bekleidung der Herrschaft auf Steine „klatschte“, um sie zu reinigen. Dabei wurde sich ausgiebig über die Kleidung der Herrschaft ausgelassen, wie alt die darin hinterlassenen Spuren wohl sind, welche Gerüche sie verbreiteten und wie oft demzufolge die Wäsche gewechselt wurde, dabei klatschte man fleißig das Wäschestück auf, um alle Spuren zu beseitigen. Und so war das Klatschen erfunden. Auch eine Erklärung – oder?

Frau Gräfin plauderte, und plauderte, zwischendurch erfreute ihr Musikus die Anwesenden mit allerlei Musik und Gesang. Kritisch beäugte Frau Gräfin auch die Beinkleider mancher Damen und war erstaunt, dass so etwas möglich ist. Das kannte sie aus ihrer Zeit nicht. 

Ein herzliches Dankeschön an Birgit Lehmann und Carsten am KLA4 für diesen unterhaltsamen Nachmittag. Ein Dankeschön aber auch an das Team der Begegnungsstätte und alle, die mit der Vorbereitung und Absicherung der Veranstaltung betraut waren.

Text und Fotos: Marina Schlenzig